Taufe

Die Taufe ist ein grundlegendes christliches Ritual, das seit der Zeit des Neuen Testaments vollzogen wird und in fast allen Kirchen und kirchenähnlichen Gemeinschaften den sichtbaren Eintritt in das Christentum markiert.
Taufähnliche Handlungen gibt es auch außerhalb des Christentums. Zu beachten ist jedoch nach C.-M. Edsman (aaO, S. 627), dass das Wort „Taufe“ so stark von der christlichen Tradition geprägt (ist), dass es nur mit größter Vorsicht auf außerchristliche Reinigungen oder Waschungen mit Wasser angewandt werden kann.
Die Taufe ist in zwei größere Bereiche aufgeteilt: Unter der Überschrift Die Taufe im Neuen Testament wird die Taufe anhand des Neuen Testaments behandelt. Unter der Überschrift Die Taufe in Gemeinden und Kirchen wird die Taufe anhand konfessioneller Traditionen oder Gepflogenheiten behandelt.

Die Taufe im Neuen Testament
Die so genannte Johannestaufe

Die erste Taufe, die im Neuen Testament erwähnt wird, ist die Taufe durch Johannes. Er erhielt deshalb auch den Beinamen Täufer. Die Johannes-Taufe geschah im Wasser des Jordans, war mit einem Sündenbekenntnis und innerer Umkehr (Buße) verbunden und hatte die Vergebung der Sünden zum Ziel (Matthäus 3,6, Markus 1,4f, Lukas 3,3ff.).
Jesus ließ sich nach den übereinstimmenden Berichten der Evangelien im Alter von etwa 30 Jahren von Johannes taufen. Einem anfänglichen Widerstand des Täufers gegen das Taufbegehren des Nazareners, den dieser mit seiner Unwürdigkeit begründet, begegnet Jesus mit der Aussage: Es ist uns geboten alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Auch einige der späteren Jünger und Apostel wurden von Johannes getauft und anschließend auf Jesus, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt, aufmerksam gemacht. In der Folgezeit tauften nach Johannes 4,1ff sowohl die Anhänger des Johannes als auch die Jünger Jesu.
In Apostelgeschichte 19,1-7 wird von der Begebenheit berichtet wo Paulus in Ephesus auf Jünger von Johannes dem Täufer trifft. Er fragt sie, welche Taufe sie empfangen hätten. Nachdem sie von ihrer Johannes-Taufe berichtet hatten, erklärt Paulus ihnen, dass Johannes mit einer Taufe der Buße getauft habe und dazu aufgerufen habe, dass das Volk an den glauben solle, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus Christus. Daraufhin ließen sich die Jünger des Johannes auf den Namen Jesus taufen.

Taufe in der Urgemeinde
Das Matthäus-Evangelium endet mit dem so genannten Taufbefehl Christi:
„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret (wörtlich: machet zu Jüngern) alle Völker und taufet sie auf (wörtlich: in) den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
– Evangelium nach Matthäus 28,18-20
Am Tage zu Pfingsten wurde dieser Taufbefehl in die Tat umgesetzt:
In seiner Pfingstpredigt ruft Petrus öffentlich zur Taufe auf. Er nennt als Voraussetzung die Umkehr und verheißt denen, die umkehren und sich taufen lassen, die Vergebung der Sünden und den Empfang des Heiligen Geistes:
„Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“
– Apostelgeschichte des Lukas 2,38+39
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In Apostelgeschichte 8,38 wird der Kämmerer der äthiopischen Kandake von Philippus nach seinem biblischen Verständnis gefragt. Der Kämmerer antwortet mit: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet und nachdem ihm das Evangelium von Jesus gepredigt wurde, wird er durch Philippus getauft.
Paulus lehrt im (Römerbrief 6,3ff) die Taufe als Begrabenwerden und Neuwerdung des Lebens, es ist ein Bild des Begräbnisses und der Auferstehung Jesu. Hier handelt es sich um einen bedeutsamen Beleg für die ursprüngliche Praxis der Taufe durch Untertauchen.
Auffällig bei den neutestamentlichen Taufberichten ist, dass die Taufe nicht ausdrücklich auf den „Namen des dreieinigen Gottes“ vollzogen wurde, sondern allein auf den Namen Jesus.

Wesen der Taufe
In der Taufe wird der Täufling gemäß der Lehre des Apostels Paulus in Christi Tod getauft und mit Christus „begraben in den Tod“. Der Vollzug der Taufe bezeichnet damit die sicht- und erlebbare Schwelle zwischen dem alten Sein des Menschen in der Sünde und dem neuen Sein seines Lebens in Christus. Ihr Wasser tötet und schenkt Leben zugleich. Mit ihr erhält der Getaufte Anteil an Christi Auferstehung (vgl. Römer-Brief, Kapitel 6). Gleichzeitig wird er Teil des universalen Leibes Christi durch die Taufe im heiligen Geist (1.Korinther 12,13). Die Taufe ist Ausdruck des göttlichen Versöhnungshandelns durch Kreuz und Auferstehung Christi. Wie dieses in Christus ein für allemal zum Heil der Welt geschehen ist, so geschieht auch die Taufe zum Heil des Täuflings und ist einer Wiederholung nicht bedürftig. Die Bibel lehrt jedoch in Apostelgeschichte 19,3-5 eine nochmalige Taufe, wenn nicht im Namen Jesus getauft wurde. Der Glaube muss zum Erlangen des Heils dazu kommen. Als Geschehen im Heiligen Geist macht sie ihn der Rechtfertigung teilhaftig und bezweckt zugleich den Wandel in einem neuen Leben, das von der Knechtschaft in die Freiheit der Kinder Gottes und von der Sünde in den Dienst der Gerechtigkeit und in die Heiligung führt.

Etymologie
Das griechische Wort für taufen im Neuen Testament ist baptízein (βαπτίζειν). In der profangriechischen Literatur und in der Septuaginta findet sich dieses Wort nicht. Eine Ausnahme bildet lediglich die Verwendung des Begriffes baptismos bei Josephus in seinen Altertümern, Kapitel XVIII, Zeile 117. Er verwendet ihn in Zusammenhang seines Berichtes über Johannes den Täufer.
In der ersten germanischen Bibelübersetzung, der gotischen Bibel von Wulfila aus dem 4. Jahrhundert, wird baptizein mit daupjan übersetzt, das ebenso wie das griechische Wort „eintauchen“ bedeutet und durch die spezifische christliche Bedeutung „durch Untertauchen zum Christen machen“ eine Lehnbedeutung bekam, die z.B. im Deutschen taufen, (althochdeutsch toufen) und schließlich die ursprüngliche Bedeutung ganz ersetzte. Das Englische übersetzt baptizein mit baptize oder christen, das Schwedische und Isländische mit kristna (von christianisieren).
Dem Wort daupjan entsprechen altnordisch deypa, altenglisch dyppan, althochdeutsch toufen, die alle in etymologischer Verwandtschaft zu dem Wort „tief“ stehen.

Die Taufe in Gemeinden und Kirchen
Taufritus

Das wesentliche, äußerlich sichtbare Element der Taufe ist Wasser.
Im Urchristentum geschah die Taufe durch vollständiges Untertauchen des Täuflings. Diese Taufform, die das Begrabenwerden und Auferstehen mit Jesus Christus bewirkt (sakramental) bzw. symbolisiert (zeichenhaft), wird heute noch in den Ostkirchen, bei Baptisten und vielen anderen Freikirchen sowie in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und bei den Zeugen Jehovas praktiziert. Das nebenstehende Bild zeigt ein Taufbecken aus der Zeit der Frühen Kirche, das dieser ursprünglichen Taufform diente.
In der römischen Kirche war das Untertauchen bis etwa zum 12. Jahrhundert durchaus eine übliche Taufform, im Mittelalter verbreitete sich das Übergießen anstelle des Untertauchens. Schon in der frühmittelalterlichen fränkischen Kirche und sicher auch in Teilen Italiens war das Übergießen allerdings gängige Praxis, wie die erhaltenen Bilddarstellungen seit dem 4. Jh. und die archäologischen Befunde zeigen. In der Folgezeit wurde in verschiedenen Kirchen das Übergießen des Täuflings auf das Besprengen mit Wasser reduziert, wobei bloßes Besprengen nach katholischen Kirchenrecht zu einer ungültigen Taufe führt und bei einer Konversion in der Regel wiederholt werden muss.
Als Nottaufe existierte die Taufe durch Übergießen oder Besprengen bereits im zweiten Jahrhundert. Sie wurde in Situationen praktiziert, in denen das Untertauchen des Täuflings nicht möglich war (Krankheit, Todesgefahr, Verfolgung). Die Deutsche Bischofskonferenz hat in diesem Zusammenhang erklärt: „Man kann durch Untertauchen oder durch Übergießen taufen. Die Taufe durch Untertauchen ist besser geeignet, die Teilnahme am Tod und an der Auferstehung Christi auszudrücken. In unseren Verhältnissen wird es im allgemeinen bei der Taufe durch Übergießen bleiben.“ Die Ostkirchen halten allerdings auch bei Kleinkindern an der Taufe durch Untertauchen fest, führen sie aber erst durch, wenn das neugeborene Kind kräftig genug ist.
Die Täufer tauften bis auf wenige Ausnahmen noch durch Übergießen. Die Mennoniten (Ausnahme: Mennoniten-Brüdergemeinden), die in direkter Weise aus dieser Bewegung hervorgegangen sind, praktizieren ebenfalls diese Taufform. Die Baptisten führten im protestantischen Bereich die Taufe durch Untertauchen wieder ein. Sie wird heute in den meisten taufgesinnten Kirchengemeinschaften in dieser Form praktiziert.

Taufform

Kirchengemeinschaft

Untertauchen Baptisten | Brüderbewegung | Calvary Chapel | Freie evangelische Gemeinde | Elim-Gemeinden | Jesus-Freaks | Kirche des Nazareners | Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | Mennoniten-Brüdergemeinde | Orthodoxe Kirche | Pfingstler | Siebenten-Tags-Adventisten | Zeugen Jehovas | Gemeinde Christi
Übergießen Altkatholische Kirche | Anglikanische Kirche | Evangelisch-lutherische Kirchen | Evangelisch-methodistische Kirche | Evangelisch-reformierte Kirche | Mennoniten | Neuapostolische Kirche | Römisch-katholische Kirche

Die Gültigkeit einer Taufe hängt bei den meisten Kirchen nicht von der Konfession des Täuflings oder Taufenden ab. Die Klärung dieser Frage erfolgte in der Geschichte der Alten Kirche im so genannten Ketzertaufstreit. Von den meisten Kirchen anerkannt wird eine Taufe, die vollzogen ist

* auf den Namen des dreieinigen Gottes (z.B. 'ich taufe dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes'). Eine interessante Variante bietet hier die Taufpraxis mancher freikirchlicher Kreise, die unter Berufung auf die in der Apostelgeschichte erwähnten Taufberichte (z.B. Apg. 2,38; 10,48; 19,5 u.a.) ausschließlich auf den Namen Jesus taufen; der im Taufbefehl Christi genannte Name des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes sei gemäß diesen Taufberichten der Name Jesus.
* durch Untertauchen oder Begießen (in taufgesinnten Freikirchen, insbesondere bei den Baptisten, oft nur durch Untertauchen)
* mit der richtigen Intention. Die Intention muss lediglich darin bestehen zu tun, was die Kirche in der Taufe tut. Ein tiefer gehendes theologisches Verständnis der Taufe durch den Taufenden ist nicht nötig.

Die Taufe wird in der Regel von einem Geistlichen durchgeführt, im Notfall kann (und muss) jeder Laie eine gültige Taufe spenden (Nottaufe); nach römisch-katholischem und evangelisch-lutherischem Verständnis kann die Nottaufe sogar durch einen Nichtchristen gespendet werden.

Bei manchen Freikirchen (insbesondere Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten und Pfingstgemeinden) hängt die Gültigkeit einer Taufe auch davon ab, ob der Täufling sich bewusst für die Taufe entschieden hat. Christen, die als Säuglinge getauft wurden, gelten dort als ungetauft. Sie werden, sofern sie sich zum christlichen Glauben bekennen, dennoch als Mitchristen anerkannt, aber nicht immer zur Teilnahme am Abendmahl zugelassen.

Kindertaufe - Gläubigentaufe
In der Taufpraxis der verschiedenen Konfessionen wird zwischen zwei Taufen unterschieden:

* Säuglings- bzw. Kindertaufe und
* Erwachsenen- bzw. Gläubigentaufe.

Die Säuglingstaufe steht dafür, dass dem „im Glauben der Kirche“ getauften Kind die Gnade Gottes „ohne Verdienst“ geschenkt wird. In der Taufe geht es hier vor allem um den Zuspruch der bedingungslosen Gnade Gottes.

Die Gläubigentaufe auf der anderen Seite setzt den Akzent auf die persönliche Entscheidung eines Menschen, mit der er sich öffentlich zu Jesus Christus und seiner Kirche bekennt. Kirchen, die ausschließlich die Gläubigentaufe praktizieren, lehren ebenfalls die bedingungslose Gnade Gottes, die allen Menschen ohne Verdienst gilt. Die Säuglingstaufe wird von ihnen vor allem aber deswegen abgelehnt, weil Gnade ein Geschenk der Liebe Gottes ist. Geschenke können angenommen oder abgelehnt werden. Die Taufe ist nach diesem Verständnis die positive Antwort auf das Gnadengeschenk Gottes in Jesus Christus. Vertreter der Gläubigentaufe verweisen in dem Zusammenhang auf die Apostelgeschichte: Die nun sein (erg.: des Petrus) Wort annahmen, ließen sich taufen (Apostelgeschichte 2,41a).

In Kirchen, bei denen die Säuglingstaufe die Regel ist, werden allerdings auch Gläubigentaufen vollzogen. Verschiedene taufgesinnte Kirchen (zB Freie evangelische Gemeinden) nehmen als Säugling getaufte Menschen auf, wenn diese ein Bekenntnis zu Jesus Christus ablegen und damit - gewissermaßen nachträglich - ihre Säuglingstaufe gültig machen. Sie erwarten von ihnen jedoch, dass sie grundsätzlich die Gläubigentaufe als biblische Taufe akzeptieren und ihre Kinder nicht taufen lassen.

Katholische/Evangelische Tauffeier
In den evangelischen und katholischen Kirchen wird der Täufling nach seinem Taufbegehren und Glaubensbekenntnis gefragt (siehe auch Abrenuntiatio diaboli) und erst aufgrund seines Bekenntnisses getauft. Da heute in der Regel Säuglinge getauft werden, antworten Eltern und Paten stellvertretend für das Kind auf diese Fragen. Folgende Riten schließen sich an: Die Übergabe der an der Osterkerze entzündeten Taufkerze mit den Worten Empfange das Licht Christi (die Taufe hieß in der Alten Kirche auch griech. phôtismós „Erleuchtung“). In der katholischen Kirche (sowohl römisch-katholisch als auch anglikanisch (optional) und orthodox) folgt die Salbung mit Chrisam, die auf die Salbung der Könige, Priester und Propheten im Alten Testament und auf den Christus-Namen verweist. Es kann ggf. danach ein weißes Kleid überreicht werden (Taufkleid), als Symbol der Reinheit und Unschuld in Christus (vgl. Weißer Sonntag). Zum Schluss wird mit dem Effata-Ritus für die Öffnung der Sinne des Täuflings für Gottes Gebote und seinen/ihren Mund für das Lob Gottes gebetet.
Die Taufe soll im normalen Gemeindegottesdienst stattfinden. Typischerweise wird an der entsprechenden Stelle im Gottesdienstablauf (vor oder nach der Predigt) zunächst ein Tauflied gesungen. Zur Erinnerung an ihre eigene Taufe spricht dann die gesamte Gemeinde das apostolische Glaubensbekenntnis. Taufbefehl und - bei Taufen vor dem Konfirmationsalter - Kinderevangelium werden gelesen. Eltern und Paten werden gefragt, ob sie auch gewillt sind, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen und antworten „Ja, mit Gottes Hilfe!“. Täuflinge ab dem Konfirmationsalter werden stattdessen selbst gefragt, ob sie sich taufen lassen möchten. Auf die Frage des Liturgen „Wie heißt das Kind?“ wird der Name genannt und anschließend die Taufe vollzogen. Dazu kann eine Glocke geläutet werden. Meist erhält der Täufling einen Taufspruch, der ihn auf seinem Lebensweg begleiten soll. In Erinnerung an das Jesuswort „Ich bin das Licht der Welt“ wird auch häufig eine Taufkerze an der Osterkerze entzündet, die der Täufling mit nach Hause nimmt. Es folgt die Segnung der Eltern und Paten. Häufig begrüßt zum Abschluss ein Mitglied des Leitungsorgans (Kirchenvorstand bzw. Presbyterium) der Kirchengemeinde den Täufling als neues Gemeindeglied.
Die Taufe wird mitsamt dem Taufspruch in die Kirchenbücher eingetragen.
Im Falle der Säuglingstaufe gibt die spätere Konfirmation dem Täufling die Möglichkeit, selbst noch einmal seine Zugehörigkeit zum christlichen Glauben zu bekräftigen. Seit die Konfirmation zunehmend nicht mehr als Voraussetzung für die Abendmahlsteilnahme verstanden wird, liegt bei ihr der Schwerpunkt wieder stärker auf dieser Bekräftigung.

Baptistische Tauffeier
Für die baptistische Tauffeier gibt es keine vorgeschriebene Liturgie. In der Regel hat sie jedoch folgenden Ablauf: Der Täufling berichtet vor der versammelten Gemeinde von seinem Weg zum christlichen Glauben und bekennt sich mit eigenen Worten zu Jesus Christus als seinem Herrn und Erlöser. Oft schließt sich an das persönliche Zeugnis das gemeinsam gesprochene Apostolische Glaubensbekenntnis an. Danach steigt der Täufling (meist weiß gekleidet) in das Baptisterium oder - sofern die Taufe im Freien stattfindet - in das Gewässer, wo bereits der Täufer (Pastor oder Gemeindeältester) auf ihn wartet. Der Taufbegleiter verliest den Taufspruch (ein für den Täufling persönlich ausgesuchtes Bibelwort). Daraufhin wird der Täufling durch einmaliges Untertauchen auf den Namen des dreieinigen Gottes (und / oder auf den Namen Jesus) getauft. Täufer und Täufling begeben sich in die Umkleideräume, während die Gemeinde in frei gesprochenen Gebeten für die erlebte Taufe dankt und gleichzeitig für den Täufling Gottes Segen erbittet. Anschließend wird der Getaufte unter Handauflegung von den Ältesten der Gemeinde gesegnet und in die Gemeinde aufgenommen. Eine Abendmahlsfeier kann den Taufgottesdienst beschließen.
Die Siebenten-Tags-Adventisten praktizieren den Taufgottesdienst in sehr ähnlicher Weise.

Ökumenische Diskussion
In der aktuellen ökumenischen Diskussion wird der alle Christen verbindende Charakter der Taufe betont. So heißt es in einer Erklärung zum Kirchenverständnis, die 2006 auf der 9. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen verabschiedet wurde: „Durch Gottes Gnade macht die Taufe sichtbar, dass wir zueinander gehören, auch wenn einige Kirchen noch nicht in der Lage sind, andere als Kirchen im vollen Wortsinn anzuerkennen.“
Dabei wird der Brückenschlag auch zu denjenigen Christen versucht, die keine Wassertaufe praktizieren. Die Kompromissformel lautet: „das gemeinsame Grundmuster einer in der Taufe gründenden christlichen Initiation“.
Schon am 26. März 1996 wurde in Düsseldorf die „Vereinbarung der Evangelischen Kirche im Rheinland zwischen dem Erzbistum Köln sowie den Bistümern Aachen, Essen, Münster und Trier zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe“ von den damaligen leitenden Geistlichen unterzeichnet. Absicht dieser Übereinkunft war und ist es, die in Christus gegebene Einheit in der Taufe deutlicher zum Ausdruck zu bringen und Unstimmigkeiten über den gültigen Vollzug der Taufe in Zukunft möglichst auszuschließen.

Zusammenfassung
Manche Kirchen verstehen die Taufe als Sakrament, welche die Reinigung von der Sünde, die Eingliederung in den gestorbenen und auferstandenen Christus sowie die Neugeburt zur Gotteskindschaft bezeichnet und bewirkt. Andere sehen in ihr eher eine symbolträchtige Handlung, die die genannten Vorgänge nicht bewirkt, sondern lediglich bezeichnet.
Auch in der Taufpraxis unterscheiden sich die verschiedenen christlichen Kirchengemeinschaften. Während in vielen Kirchen die Taufe unmündiger Kinder die Regel ist, werden in anderen Kirchen ausschließlich solche getauft, die die Taufe persönlich begehren. Auch in formaler Hinsicht unterscheiden sich die Taufpraxis der christlichen Kirchen. Während die einen in der Regel den Täufling mit Wasser übergießen oder besprengen, wird bei den anderen der zu Taufende vollständig in Wasser eingetaucht. Die verwendete Taufformel weist in der Praxis der verschiedenen Kirchen ebenfalls Unterschiede auf. Es wird sowohl auf den (oder in den bzw. im ) Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft als auch (nach dem Vorbild der Apostelgeschichte) auf den Namen Jesus.

Rechtliche Bedeutung
Innenrecht der Religionsgemeinschaft („Kirchenrecht“)

In vielen Religionsgemeinschaften begründet die Taufe in kirchenrechtlicher Hinsicht die Mitgliedschaft des Getauften in der Ortsgemeinde und zugleich der Religionsgemeinschaft. So bestimmt etwa § 6 S. 1 des Kirchenmitgliedschaftsgesetz der EKD:
Die Kirchenmitgliedschaft wird durch die Taufe in einer Kirchengemeinde, die einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland angehört, erworben.
Die Voraussetzungen der Taufe sind in den evangelischen Landeskirchen in den Lebensordnungen geregelt, in der römisch-katholischen Kirche im Codex Iuris Canonici (Buch 4: Heiligungsdienst der Kirche − Can. 849 ff.).
Die Taufe ist eine Amtshandlung, die meist in die Kirchenbücher einzutragen ist (Beurkundung). So bestimmt es etwa Art. 10 Abs. 1 S. 1 der Kirchlichen Lebensordnung „Taufe“ in Verbindung mit § 1 der Kirchenbuchordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden. In das Taufbuch werden dabei neben dem Datum und Angaben zu Taufendem und Täufling auch der Taufspruch angegeben (§ 9). Über die Taufe wird ein Taufschein ausgestellt (vgl. etwa Art. 10 Abs. 2 der genannten Lebensordnung).

Staatliches Recht („Staatskirchenrecht“)
Neben dieser kirchenrechtlichen Bedeutung der Taufe kann sie auch Rechtsfolgen für die staatliche Rechtsordnung haben. Inwieweit der Staat die durch Taufe begründete Kirchenmitgliedschaft anerkennt, regelt das (weltliche) Staatskirchenrecht. In Deutschland ist es dem Staat auf Grund der Trennung von Staat und Kirche und seiner weltanschaulichen Neutralität verwehrt, zu bestimmen, wer einer Kirche angehört. Die mitgliedschaftliche Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft ordnet diese vielmehr nach Art. 137 Abs. 3 WRV in Verbindung mit Art. 140 GG als eigene Angelegenheit selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes (BVerfGE 30, 415 - Mitgliedschaftsrecht). Anders sieht es aber dann aus, wenn die Religionsgemeinschaften vom Staat abgeleitete Befugnisse wahrnehmen oder das staatliche Recht an die Mitgliedschaft Rechtsfolgen knüpft (z.B. Kirchensteuereinzug). Dann nämlich ist die negative Religionsfreiheit des Mitglieds, also das Grundrecht, einer Religion nicht anzugehören, gegen das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaft abzuwägen. Das Bundesverfassungsgericht sieht aber durch die Taufe und die staatlichen Kirchenaustrittsgesetze der Länder sichergestellt, dass niemand gegen seinen Willen im staatlichen Recht als Mitglied einer Religionsgemeinschaft behandelt wird. Dies gelte auch für die Kindstaufe, wo die sorgeberechtigten Eltern für ihre Kinder handelten. Im Ergebnis erkennt das staatliche Recht also die durch Taufe begründete Mitgliedschaft auch da an, wo daraus Rechte oder Pflichten im staatlichen Bereich folgen.

Taufe durch den Heiligen Geist
Pfingstlerische und charismatische christliche Kirchen betonen neben der sichtbaren, äußeren Taufhandlung besonders die Taufe durch den Heiligen Geist. Als Beispiel aus dem Neuen Testament wird Pfingsten genannt: Der Heilige Geist verleiht den Christen mit der Geistestaufe unter anderem die Fähigkeit der Glossolalie, d.h. in ihnen unbekannten Sprachen zu reden. Nichtcharismatische Kirchen sehen in der Taufe durch den Heiligen Geist eher eine innere Wandlung als eine nach außen sichtbare Veränderung.
Ein ähnlicher Vorgang wird in der Neuapostolischen Kirche neben der Wassertaufe und dem Abendmahl als drittes Sakrament gespendet: Die „Heilige Versiegelung“ durch einen ordinierten Apostel lässt den heiligen Geist durch den Ritus der Handauflegung in den Gläubigen überströmen und verleiht ihm damit den Status der Gotteskindschaft.
Vor allem in Kreisen des Dispensationalismus, d.h. in denen die Bibel heilsgeschichtlich eingeteilt wird, wird die Geistestaufe als „ein“ Ereignis mit der Wiedergeburt gesehen. Dies wird vor allem in den Bibelstellen in 1Kor 12,13 und Apg 11,1-18; deutlich.

Quelle: Wikipedia.de